11. – 13. Schuljahr

Kim-André Schulz

Verliebt in einen Roboter

Eine Unterrichtsreihe über die Zukunft der Liebe, eine Ethik für Roboter und die Grenzen Künstlicher Intelligenz

Die Forschung um die Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und stellt unsere Gesellschaft nicht unlängst vor neue ethische Herausforderungen. Diese Sequenz basiert auf der Graphic Novel Alex + Ada, in der das Leben mit Sprachassistenten und humanoiden Robotern bereits selbstverständlich ist. Die Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich mit den Fragen, wie sich Beziehungen zwischen Mensch und Maschine auf die Gesellschaft auswirken und ab wann man ihnen ein Bewusstsein zusprechen kann.

In Alex + Ada erzählen Jonathan Luna und Sarah Vaughn die Geschichte einer Beziehung zwischen einem Menschen und einem Roboter. Die Graphic Novel spielt in naher Zukunft. Wie nah, das lassen die Autoren offen. Worin die Lebenswelt der Protagonisten sich von unserer unterscheidet, wird bereits auf den ersten Seiten des Buches deutlich, auf denen der Leser einen Tag im Leben von Alexander Wahl, genannt Alex, verfolgt: Sein Alltag ist von Technologie durchdrungen.
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Jonathan Luna, Sarah Vaughn
Alex + Ada Volume 1
Berkeley: Image Comics 2015
128 Seiten, 12 € (ca. 7 $ in den USA)
ab 16 Jahren
Alex erhält von seiner Großmutter den humanoiden Roboter Ada geschenkt. Möchte er Ada zunächst wieder zurückgeben, findet er doch Gefallen an ihr und stellt die Grenzen zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz infrage.
Anknüpfung an den Unterricht: Künstliche Intelligenz, Menschenbild und ethische Konsequenzen
Einzig Alex soziale Beziehungen scheinen von diesem technologischen Primat weitestgehend ausgenommen zu sein. Doch das ändert sich in dem Moment, als Ada in sein Leben tritt und Alex plötzlich vor der Frage steht, ob er sich ein Leben mit einem humanoiden Roboter an seiner Seite vorstellen kann. Ada ist äußerlich nur durch das Branding des Tanaka-Konzerns an ihrem Handgelenk von einem Menschen zu unterscheiden. Sie ist schön, verfügt über einen hohen Bildungsstand und ist darauf programmiert, ihrem Besitzer jeden Wunsch von den Lippen abzulesen. Trotzdem ist Alex zunächst wenig begeistert von dem großzügigen Geschenk seiner Großmutter und zeigt sich entschlossen, es abzulehnen.
Diese Episode stünde aber kaum am Anfang der Geschichte, wenn sie nicht zugleich den Beginn der Beziehung zwischen den ungleichen Protagonisten markieren würde. Eine Beziehung, die sich als Spiegelbild einer Gesellschaft erweist, die im Umgang mit Technologie zutiefst ambivalent ist. Besonders seit eine Künstliche Intelligenz beim »Nexaware Massaker« 34 Menschen getötet hat. Infolge dieses Ereignisses wird der »A.I. Restrictions Act« erlassen, der bewusstseinsfähige KI verbietet. Doch die Aktivisten des Robot-Rights-Movements fordern »Willensfreiheit für Roboter«. Und auch Alex merkt mit der Zeit, dass Ada etwas fehlt. Er sucht nach einer Möglichkeit, ihr volles Potenzial zu ergründen. Damit beginnt für Alex zugleich ein neues Kapitel in seinem Leben, das bestimmt wird von der Frage nach der (Un-)Möglichkeit einer Beziehung zwischen Mensch und Maschine.
Diese Frage greift der vorliegende Unterrichtsvorschlag auf, um davon ausgehend philosophisch-ethische Fragestellungen rund um die Themen Künstliche Intelligenz (KI) und Robotik zu behandeln: Wie wirken sich Mensch-Maschine-Beziehungen auf das gesellschaftliche Miteinander aus? Kommen Robotern als Teil dieses Miteinanders Rechte zu? Gibt es spezifisch menschliche Fähigkeiten, die Roboter niemals entwickeln können?
Alex + Ada im Unterricht
Die inhaltliche Klammer der Unterrichtsreihe bildet die Frage, mit der Alex sich zu Beginn der Geschichte konfrontiert sieht: Soll er das Geschenk seiner Großmutter annehmen oder nicht? Die Schülerinnen und Schüler werden ihrerseits vor die Frage gestellt, ob sie ein solches Geschenk annehmen würden. Sie positionieren sich dazu in Form einer Meinungslinie,...

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