7. – 9. Schuljahr

Theresa Scholl

Ein Foto, und alles ist anders

Florian Buschendorff: Geil, das peinliche Foto stellen wir online!

Jeder sechste 15-jährige Schüler in Deutschland wird regelmäßig Opfer von Mobbing. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle PISA-Studie der OECD.1 Ein erster Schritt, damit umzugehen, kann darin bestehen, Mobbing im Unterricht zu thematisieren. So können die Mechanismen einsehbar und handhabbar werden, nach denen (Cyber-)Mobbing funktioniert.

Eine Party, eine Kamera und der Albtraum beginnt. Überall kursiert nun ein Video und ständig lachen die Mitschülerinnen und Mitschüler. So ergeht es Josi, der Protagonistin des Romans Geil, das peinliche Foto stellen wir online! von Florian Buschendorff. Das Buch behandelt das Thema (Cyber-)Mobbing aus der Perspektive des Opfers, einen möglichen Ausweg aus dem Mobbing und die Konsequenzen für die Täterinnen und Täter (s. Kasten).
Zum Buch
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Florian Buschendorff
Geil, das peinliche Foto stellen wir online!
Verlag an der Ruhr 2010
112 S., 5
ab 12 Jahren
Josi ist neu auf dem Gymnasium und geht in die neunte Klasse. Ihre Mitschülerinnen und Mitschüler mobben Josi täglich, nicht nur in der Schule, sondern auch im Internet. Sie erhält Drohanrufe, SMS und es existieren gefälschte Internetseiten über sie. Josi versucht immer wieder ihr Problem zu schildern, doch weder die Eltern noch der Lehrer wollen Josis Problem verstehen. Antonia und Till sind die einzigen in Josis Klasse, die dabei nicht mitmachen und gegen das Mobbing vorgehen. Die beiden sorgen dafür, dass das Mobbing ein Ende hat und die Täter bestraft werden.
(Cyber-)Mobbing Was ist das?
Mobbing wird von einer oder mehreren Personen gegenüber einer anderen Person über längere Zeit ausgeübt, um der Person zu schaden oder sie zu verletzen. Mobbing kann verschiedene Ursachen haben und setzt ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer voraus. Diese Ungleichheit kann in körperlichen Merkmalen, fehlenden Statussymbolen oder sozialen Beziehungen bestehen. 2
Am Mobbing sind allerdings nicht nur Täter und Opfer beteiligt, sondern auch diejenigen, die das Verhalten des Täters erdulden, zuschauen oder das Verhalten des Täters verstärken. Die Erdulder stehen auf der Seite des Opfers, greifen jedoch nicht in den Prozess ein, da sie Angst haben, selbst zum Opfer zu werden. Die Zuschauer stehen auf der Seite des Täters, greifen aber ebensowenig wie die Erdulder in den Prozess ein. Sie denken, das Opfer sei selbst Schuld an seiner Lage. Die Verstärker unterstützen das Verhalten des Täters. Die Eltern können den Mobbingprozess aufrechterhalten, indem sie dem Opfer Eigenschaften zuweisen, die das Kind als seltsam oder schwierig definieren. Auch Schuldzuweisungen oder Verharmlosung der Situation können den Mobbingprozess aufrechterhalten.3
Cyber-Mobbing erweitert den Raum, weist aber sonst alle Merkmale des Mobbings auf. Cyber-Mobbing kann in Chatrooms, in E-Mails, in sozialen Netzwerken, auf Videoplattformen, auf Mobbingwebseiten oder in Blogs stattfinden. Dabei sind der Anonymitätsgrad der Täterinnen und Täter und auch der Wirkungskreis groß, weil die verletzenden Inhalte über einen sehr langen Zeitraum zugänglich bleiben und viele Zugriff darauf haben.
Die Täter können die Opfer direkt verbal angreifen, indem sie sie beschimpfen, beleidigen, erpressen oder bedrohen, indem sie Gerüchte oder Lügen verbreiten, Freundschaftsanfragen in sozialen Netzwerken immer wieder ablehnen, peinliche oder gefälschte Medien im Internet veröffentlichen. Die Scham führt oft dazu, dass das Opfer sich isoliert; (Cyber-)Mobbing kann bis zum Suizid führen.4
All diese Aspekte greift das Jugendbuch Geil, das peinliche Foto stellen wir online! auf, erschienen in einer Lesereihe für leseschwache Schüler, spannend und in einfacher Sprache geschrieben.
(Cyber-)Mobbing im Unterricht
Der Einstieg erfolgt über das Titelbild des Buches (M1 ), auf dem Personen, die sich gegenseitig etwas zuflüstern, und gängige Symbole aus...

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