10. – 13. Schuljahr

Monique Seiler

Erklär mir was!

Aspekte ökologischer Ethik multimedial dargestellt

In Zeiten der Verfügbarkeit und Darstellung jeglichen Wissens über Youtube oder Sofatutor ist der Dreh eines Erklärvideos für Schülerinnen und Schüler nicht nur ein abwechslungsreiches Unterrichtvorhaben. Darüber hinaus kann das eine reizvolle und zugleich schülerzentrierte Art der Themenerarbeitung sein, die die Förderung vielfältiger Kompetenzen erlaubt. Gerade die zuletzt genannte Komponente ist hier von besonderer Bedeutung.

Während der Planung und beim Dreh eines Erklärvideos sind die Schülerinnen und Schüler in besonderer Weise gefordert, sich tiefergehend mit einer Thematik und im Zuge der Erarbeitung auch mit informativen Texten zum Thema auseinanderzusetzen. Denn sie wollen nichts falsch erklären, erst recht nicht in einem Video, das sie anderen in Form eines repräsentativen Datenprodukts ihrer Lern- und Kreativleistung verfügbar machen. Das erworbene Wissen, das im Video präsentiert wird, ist beliebig oft abrufbar und prägt sich gut ein, da es sich mit dem Erlebnis der Videoproduktion verknüpft und positiv im Gedächtnis verankert ist.
Allerdings erfordert ein solches Vorhaben auch aufseiten der Lehrerin oder des Lehrers Vorbereitungen und Kenntnisse. Genau diese Anforderungen sind häufig der Grund für eine Entscheidung gegen diese kreative und nachhaltige Arbeit. Doch der Aufwand lohnt sich: Ich habe mit keiner anderen Unterrichtsform und bei keinem anderen Projekt eine derart umfangreiche Förderung von Handlungs- und Sozialkompetenzen erreichen können.
Voraussetzungen und Ertrag
Im Vorfeld ist eine gute Erarbeitung notwendiger Inhalte wichtig. Das bedeutet, dass die Lerngruppe über ein fundiertes Basiswissen zum vereinbarten Thema verfügt und dieses auch sprachlich komprimiert vermitteln kann. Der Dreh erfordert multimediale Kenntnisse im Umgang mit der Kamera, deren Darstellungsgrößen und Perspektiven ebenfalls zuvor erarbeitet werden (können). Das Videoprodukt kann auf dieser Basis auf seine Tauglichkeit, also eine Art „Lernfaktor, hin überprüft und bewertet werden. So entwickeln die Schülerinnen und Schüler erweitertes Verständnis ihrer eigenen Produktion im Sinne einer informationstechnischen Bildung.
Schülerinnen und Schüler sind schnell und sicher, wenn es um das Üben von Kritik an einer Sache geht. Sind sie selbst gefordert, einen Sachverhalt verständlich für andere darzustellen, gelangen sie aber schnell an ihre Grenzen und entwickeln ein neues Verständnis für die Komplexität solch eines Videoprodukts. Ein Erklärvideo zu konzipieren und zu drehen fördert das Empathievermögen der Schülerinnen und Schüler und soll neben Methodenkompetenz im kreativen Prozess von der Ideenentwicklung zur Darstellung vor allem Kompetenzen wie das Schreiben, Sprechen, Kommunizieren und Abstrahieren fordern und fördern.
Abgesehen von diesen positiven Effekten, können Erklärvideo-Clips einen nachhaltigen Beitrag zum Unterricht leisten, da sie auch als Lernmittel einsetzbar sind. So profitieren auch andere davon, indem sie mithilfe des Videos lernen und Aufgaben dazu bearbeiten können. Ein großer Vorteil hierbei ist, dass ein Film sich bei Bedarf unterbrechen und neu abspielen lässt, je nach Lerntempo der Schülerinnen und Schüler, was diverse Förderungen des selbstorganisierten Lernens ermöglicht.
Der Weg zum guten Erklärvideo
Es gibt Kriterien für ein gutes Erklärvideo, die mit den in diesem Projekt zu erreichenden Lernzielen verbunden sind (s. Kasten 1). Darüber hinaus sind die Wahl des Themas, das Zeitbudget und die Form der Darstellung entscheidend.
Kasten 1: Kriterien für ein gutes Erklärvideo
Kasten 1: Kriterien für ein gutes Erklärvideo
Inhaltlich / Fachlich
  • Problemorientierung und persönliche Ansprache, Identifikation, Storytelling. (Wie würdest du reagieren? Paul entdeckt eine Kakerlake in seiner Küche )
  • Roter Faden (Verfolgung der Thematik, z.B. mittels einer Leitfrage und Problemstellung, etwa:...

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